Berlin Berlin – Willkommen in den 20ern… (26.12.2019)

Eine Show wie keine andere und mit Absicht nenne ich es Show und kein Musical, denn es ist viel mehr ein Tanz auf dem heißen Vulkan! Wer von uns hat sich nicht schon einmal vorgestellt, wie es gewesen wäre damals zu leben. Jeder von uns hatte doch bestimmt schon einmal den Wunsch in ein anderes Jahrzehnt einzutauchen und diese Möglichkeit bietet uns „Berlin Berlin“. Noch bevor man den Theatersaal betritt sieht man viele Besucher, passend gekleidet wie in den 20ern, die Damen im schicken schwarzen Fransenkleid mit Federn im Haar, Männer in Knickerbocker, weißen Hemd und Hosenträger, Damen im Anzug und Männer im Nadelstreif. Alles was das Herz der 20er Jahre höherschlagen lässt. Hier sind wir nun mittendrin im Admiralspalast der 20er, hier brodelts, hier gärts, hier ist es laut, verrückt, lustvoll und rasant. Songs wie „Puttin‘ on the Ritz“, „Bei mir bist du scheen“ und „Let’s Misbehave“ versprühen den Glanz dieser Zeit. Der Admiral nimmt uns mit auf einen wilden Ritt durch die goldene Zeit, wir treffen die Größen der 20er, tanzen in unseren Seelen und sehen auf welch tragische weiße das Gold seinen Glanz verlor.

Martin Bermoser verkörpert den Nachtclubbesitzer den Alle nur liebevoll „Admiral“ nennen mit viel Charme und Charisma. Er dient als Conférencier und nimmt uns auf eine Reise durch die zwanziger Jahre mit, auf all ihren Höhen und Tiefen. Diese Rolle steht ihm einwandfrei zu Gesicht, hier bekommt er die Möglichkeit zu zeigen, welch stimmliche Range in ihm steckt und es ist ein wahrer Genuss dieser zu lauschen. Durch sein authentisches Schauspiel macht er es einem leicht die verrückte Gefühlwelt der 20er nachvollziehen zu können. In dieser Show kann er auch zeigen, dass ein richtiger Tänzer in ihm schlummert, eine noch nicht oft gesehen Seite von ihm, die er aber keineswegs verstecken muss. Dass in ihm sogar ein Brodway-Show-Talent versteckt ist, beweist er vor allem bei der Nummer „The ballad of Mack the Knife“, nicht nur gesanglich ein Hochgenuss, sondern auch jede Bewegung versetzt einen in Begeisterung.

Sophia Euskirchen ist eine unglaubliche Anita Berber, dieser Gesang, dieser Dreck den sie in ihrer Stimme besitzt, ihr ganzes Auftreten und ihr Schauspiel, ein wahres Juwel das hier gefunden wurde. Mit „Life is a cabaret“ singt sie sich in die Herzen der Zuschauer und der tobende Applaus ist ihr sicher. Ihr Zusammenspiel mit Martin Bermoser lässt keine Wünsche offen, die beiden harmonieren perfekt zusammen, ein richtiges Dreamteam, sie verstehen sich blind egal ob gesanglich oder im Schauspiel.

Sebastian Prange spielt den unschuldigen Kutte, der bereits mit seinem ersten Aufritt alle Lacher und Sympathiepunkte auf seiner Seite hat. Er heuert im Admiralspalast um einen Job an und stellt sich mit den Worten, mein Name ist Kutte, wie Nutte nur mit K, vor. Mit seinem Lach-Fox-Trott lässt er so manchen im Publikum mit einer Bauchmuskelzerrung zurück.

Nina Janke besticht als Marlene Dietrich nicht nur mit ihrer markant tiefen Stimme, sondern auch mit ihren sexy langen Beinen. Sie nimmt uns mit auf ihrem Weg vom unbekannten Mädchen bis hin zur Leinwandlegende. Bereits ab den ersten Tönen von „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ hängt man an ihren Lippen und versteht warum Marlene, die Männer zu Füßen lagen und sie diese mit einer Leichtigkeit in ihrem Bann ziehen konnte.

Josephine Baker wird von Dominique Jackson wieder zum Leben erweckt. Sie versprüht so viel Energie und Lebensfreude, dass es ein wahrer Genuss ist ihr zuzusehen. Unglaublich was diese kleine zierliche Frau leistet, gesanglich und tänzerisch ist sie einfach ein Traum. Sie entführt uns mit „It don’t mean a thing“ in die heißen Töne des Jazz, zeigt aber auch mit „Ain’t misbehavin’“ die sanfte Seite ihrer Stimme.

Die allseits beliebten Comedian Harmonist bilden Bagdasar KhachikyanFlorian PetersJendrik SigwartEmanuel Jessel und Jacoub Eisa. Sie bestechen durch ihre einzigartigen     Stimmen und harmonieren auf unvergleichliche Art und Weise. Florian Peters und Jendrik Sigwart dürfen auch noch einmal Solo zeigen was in ihnen steckt. Peters gibt uns den verletzlichen Gigolo mit traumhaft sanften Klängen. Jendrik Sigwart sicher sich einen der Ohrwürmer des Abends. Mit dem Schlager „Mein Bruder macht im Tonfilm die Geräusche“ beweist er nicht nur sein komödiantisches Talent und seine Steppkünste, sondern kann auch gesanglich auf ganzer Linie überzeugen.

Doch diese Show wäre nichts ohne ihre großartigen Tänzer, sie fegen über die Bühne, wirbeln die Ladies herum und das alles mit einer Leichtigkeit. Man sieht wie viel Spaß und Freude sie haben und das steckt natürlich an, man würde am liebsten mit ihnen mittanzen.

Ein Spektakel, mit wunderschönen und flotten Melodien, grandiosen Tänzen und herausragenden Sängern, eben alles was das Herz begehrt. Eine Show die man gesehen haben muss, bleibt nur zu hoffen das Ende des Jahres immer noch dieselbe phänomenale Cast am Programm stehen wird.

Berlin Berlin liefert uns einen Abend, der uns zeigt, dass mit Zusammenhalt, Freundschaft und den richtigen Werten einfach alles möglich ist und man gemeinsam, auch die dunkelsten Zeiten durchstehen kann. Eine Reise in die Vergangenheit, die uns vermittelt, dass wir den Spaß am Leben niemals verlieren dürfen, egal was passiert.

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