My Fair Lady oder das Märchen von einem armen Blumenmädchen, welches die große Liebe fand… (05.02.2019)

Wer kennt sie nicht die Geschichte rund um Eliza Doolittle.

Eliza, von Beruf  Blumenmädchen, verkauft im Covent Garden Veigerln (Veilchen) an die feine Gesellschaft, ihre Aussprache ist aber alles andere als fein. Sie besitzt einen sehr eigenwilligen Dialekt, und zieht damit die Aufmerksamkeit von Prof. Higgins auf sich. Er findet ihren Jargon einfach wiederwertig und prophezeit ihr ein lebenslanges Leben in der Gosse, wenn sie daran nichts ändert und ist davon überzeugt mit seinen Fähigkeiten aus ihr eine Königin zu machen. Eliza, die von einem besseren Leben träumt, findet Gefallen an der Idee, doch es kommt alles anders. Prof. Higgins trifft auf Oberst Pickering und die beiden verlassen den Park, aber natürlich nicht bevor sie Eliza ein paar Veilchen abgekauft haben. Auf ihrem Heimweg, begegnet Eliza ihrem versoffenen Vater, der ihr zur Abwechslung wieder ein paar Schillinge abluchst um mit seinen Freunden weitertrinken zu können. Eliza möchte ihrem Leben eine neue Wende bieten und so entschließt sie sich Prof. Higgins in seinem Sprachstudio aufzusuchen. Dieser ist anfangs gar nicht begeistert von ihrem Erscheinen, doch nach einer Wette mit Oberst Pickering ist er Feuer und Flamme aus Eliza in nur sechs Monaten eine feine Dame zu machen. Aller Anfang ist schwer und so plagt sich Eliza von Tag zu Tag mit ein und demselben Satz „Es grünt so grün, wenn Spaniens Blüten blühen“, sie möchte eigentlich schon aufgeben, aber in dieser Nacht gelingt ihr der Durchbruch und Prof. Higgins ist hellauf begeistert. Die Nacht wird zum Tag und Eliza hat wie wild gelernt und Higgins denkt sie ist soweit um sie auf die Welt loszulassen und beschließt sie mit zum Pferderennen nach Ascot zu nehmen. In Ascot angekommen treffen sie auf die Mutter von Higgins, welche geschockt ist zu hören, was ihr Sohn mit dem armen Mädchen vorhat. Eliza fühlt sich sichtlich unwohl und verfällt immer wieder in ihren alten Jargon, aber Higgins Mutter eilt zur Hilfe und auch Freddy Eynsford-Hill, ein Junge aus gutem Hause, findet Gefallen an ihr und ihrer außergewöhnlichen Ausdrucksweise. Freddy sendet Eliza Blumen und hofft auf ein Wiedersehen, aber sie schämt sich für ihren Fauxpas auf der Rennbahn und möchte niemanden sehen. Es wird weiterhin fleißig an der Aussprache gefeilt und Higgins bereitet Eliza auf ein königliches Bankett vor, welches für sie ein großer Erfolg wird, doch Higgins ist der Meinung, dass es nur ihm zu verdanken sei. Pickering lobt Higgins für seine grandiose Arbeit und keiner hat mehr Augen für Eliza, die es aus eigener Kraft geschafft und ihr gilt der einzige Dank in diesem Moment. Sie kann sein Verhalten nicht verstehen und beginnt einen heftigen Streit mit Prof. Higgins bei dem sie ihn sogar seine Hausschuhe hinterher schmeißt und den Entschluss gefasst hat, ihn zu verlassen. Bei ihrer Abgang trifft sie auf Freddy, der immer noch vor dem Haus auf sie wartet, aber er ist sich nicht im Klaren was er möchte und Eliza, weiß insgeheim genau was sie möchte und so nehmen die beiden voneinander Abschied. Sie überlegt zurück zu gehen zu ihrem Vater, aber bei einem aufeinander treffen wird ihr schnell bewusst, dass in seinem Leben kein Platz mehr für sie ist. Eliza beschließt bei Higgins Mutter Trost und einen Unterschlupf zu finden und den bekommt sie auch, seine Mutter hat Eliza vom ersten Moment an in ihr Herz geschlossen. Unerwartet taucht ihr Sohn auf und die beiden beginnen erneut einen heftigen Streit, der dieses Mal mit einem endgültigem Aus endet. Higgins kehrt in sein Haus zurück und fühlt sich einsam ohne seine Eliza, sie fehlt ihm und er wünschte sich, sie wäre wieder bei ihm. Er hört sich alte Tonaufnahmen von ihr an und schwelgt in Erinnerungen als plötzlich Eliza auf seiner Couch  sitzt und die beiden endlich auf ihr Herz hören und mit einem innigen Kuss ihre Liebe besiegeln.

Mit der entzückenden Lisa Habermann als Eliza Doolittle ist der Volksoper ein großer Fisch ins Netz gegangen, sie bringt alles mit was man von einer Eliza erwartet, sie ist sympathisch, besitzt eine traumhafte Stimme und schauspielerisch ist sie einfach mehr als überzeugend. Lisa ist eigentlich aus Oberösterreich, deswegen war es für sie natürlich schwieriger den wienerischen Dialekt zu lernen, aber selbst diese Aufgabe hat sie perfekt gelöst, hätte ich es nicht gelesen, wäre es mir gar nicht aufgefallen.

Der engstirnige, aber doch sehr liebenswerte Henry Higgins wurde von Axel Herrig zum Leben erweckt. Eine Rolle die ihm auf den Leib geschrieben zu sein scheint, man merkt welchen Spaß ihm der ehrgeizige Higgins macht, sowohl gesanglich als schauspielerisch begeisterte er das Publikum. Higgins ist wahrlich keine leichte Rolle, aber bei so viel Spielfreude war von Anstrengung nichts zu bemerken.

Oberst Pickering wurde herzlich von Josef Luftensteiner an diesem Abend verkörpert und Gerhard Ernst war als Alfred P. Doolittle zu sehen.

Als die einfühlsame Mutter von Henry alias Mrs. Higgins wurde Regula Rosin besetzt, sehr schön im Schauspiel.

Die liebevolle und vor allem sehr geduldige Mrs. Pearce spielte Martina Dorak.

Alexandre Beuchat träumte als Freddy Eynsford-Hill von einer Zukunft mit Eliza sehr zum Ärger seiner Mutter Mrs. Eynsford-Hill gespielt von Manuela Culka.

Jakob Semotan stand als  Harry auf der Bühne, er ist ein Freund von Doolittle und genauso wie er in ewiger Feierlaune, die Rolle ist leider nicht sehr groß, aber in seinen kurzen Szenen begeistert er von sich und vor allem mit seiner kräftigen Stimme.

My Fair Lady zählt zu den „Klassikern“. Schon Audrey Hepburn erweckte Eliza in den frühen 60iger Jahren zum Leben. Eliza zeigt uns, dass man durch Fleiß und Ehrgeiz alles schaffen kann. Wenn man sich hinter seine Wünsche und Träume klemmt und nicht aufgibt, kann man auch die größten Hürden überwinden.

Danke an das großartige Ensemble für einen wirklich schönen und bezaubernden Abend in der Volksoper, wer „My fair Lady“ noch nicht gesehen hat, sollte sich die Chance auf einen tollen Theaterbesuch nicht entgehen lassen.   

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